Red Fang - Murder The Mountains
„Murder The Mountains“ ist das aktuelle Album der aus Portland stammenden Red Fang, die zu den kürzlich neu verpflichteten Bands auf Relapse Records zählen. Da dieses Label für nicht gerade alltägliche Musik bekannt ist, passen die vier Amis hier perfekt ins Bild. Wer auf modernen, durchgestylten Sound abfährt, bekommt von Red Fang den erhobenen Mittelfinger verabreicht. Die Jungs scheren sich einen Dreck um angesagte Trends und vorgefertigte Muster. Sie zelebrieren Heavy Rock mit starken Blueseinflüssen und auch einigen Ausflügen in Richtung Sludge, Psychedelic und Stoner Rock. Die zehn Stücke klingen, als stammten sie aus einer Zeit, in der Blues und Rock noch wesentlich dichter beieinander lagen als heutzutage. Klanglich sind sie irgendwo zwischen Black Sabbath, Black Flag, Down und Mastodon anzusiedeln, wobei vor allem Letztgenannte die meisten soundtechnischen Parallelen aufweisen. Die Betrachtung der handwerklichen Fähigkeiten offenbart auch den kritischsten Ohren keinerlei Durchhänger, ebenso wenig wie in kompositorischer Hinsicht. Red Fang verstehen es sehr gut, ihre teils recht abgefahrenen Strukturen und den starken psychedelischen Einschlag mit einem guten Händchen für Eingängigkeit und Abwechslung im Zaum zu halten, sodass „Murder The Mountains“ zu keiner Zeit abgehoben oder langweilig wirkt. Soweit wäre alles in Butter und das Album wohl auf dem Weg zur Bestwertung, wenn da nicht das gewisse Etwas wäre, auf das der Hörer vergebens wartet: Es fehlen die Hits. Auch wenn in Form von „Wires“, „Number Thirteen“ und „The Undertow“ einige wirklich tiefgängige und gleichzeitig derb rockende Stücke mit an Bord sind, hat es dennoch kein Song mit Dauerbrennerpotential auf das Album geschafft. Dennoch stellt das Relapse-Debüt von Red Fang ein interessantes Stück Musik dar, welches für Fans der angesprochenen Genres sehr zu empfehlen ist. (cj)




