Caleya - Trümmermensch
Caleya aus Hamburg veröffentlichen mit „Trümmermensch“ nach einer EP ihr erstes Album. Seit der EP haben sich die Jungs deutlich weiter entwickelt und konnten ihren vertrackten Stil als Mischung aus Noise und Post-Hardcore weiter verfeinern. Auffällig ist vor allem die deutliche Überlänge mit der die meisten der insgesamt sechs Songs auf dem Album ausgestattet sind. Das Tempo der Songs bewegt sich meist im unteren Bereich. Die Band spielt permanent mit lauten und leisen Tönen, so folgen auf schwere Rifforgien ruhige Momente, die teils mit spannenden Übergängen, teils recht abrupt ineinander übergehen. Auch im Gesang wird permanent zwischen markerschütterndem Geschrei und gesprochenen Texten abgewechselt. In den Vocals spiegelt sich hauptsächlich Verzweiflung wieder, so klingen die klaren Sprechparts oft mehr wie ein Wimmern, während hinter den harten Shouts ordentlich Druck steht. Auch die Grundstimmung der Instrumentierung ist sehr düster und beklemmend. Echte Melodien finden sich nur selten wieder und auch die ruhigen Parts wirken sehr bedrückend. Die Songs von Caleya wirken jedoch leider sehr zerfleddert, es fehlen sowohl der rote Faden als auch Hooks, die hängen bleiben. Viele Ideen sind Zweitverwertung bekannter Post-Hardcore Bands und die Songs wirken wenig schlüssig. Eine Atmosphäre, die bei Platten dieser Machart so wichtig ist, kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Alles wirkt sehr ziel- und orientierungslos. Immer wieder gibt es tatsächlich coole Momente zu hören, das Gesamtbild ist aber wenig stimmig. Dazu trägt leider auch der Gesang bei. Dieser ist zwar reichlich bemüht, abwechslungsreich und emotional zu sein, ist jedoch leider so unartikuliert, dass man kaum ein Wort identifizieren kann. Und das obwohl die Texte auf Deutsch sind. Schade, irgendwie möchte ich Caleya mögen. Das Konzept der Platte, das Artwork, die Produktion - alles durchdacht und smart. Die Songs sind jedoch einfach zu schwach um zu zünden. (rg)




