Violence Approved - No Free Ride
Um die vor acht Jahren zum Leben erweckten Violence Approved war es in letzter Zeit recht still geworden. Die aus Saarlouis stammenden Jungs um Frontmann und Bandgründer Markus Ehre bilden nach einigen Besetzungswechseln nun, im Jahre 2011, eine geschlossene Einheit. Dies wird ganz deutlich, wenn man sich ihr aktuelles Werk „No Free Rides“ anhört. Die Saarländer haben da zehn Stücke zusammengefummelt, die Hardcore im eher ursprünglichen Sinne verkörpern und so was von in die Fresse gehen, dass man unwillkürlich in Deckung gehen möchte. Über eine knappe halbe Stunde hinweg bekommt der Hörer den Hintern versohlt, ohne Verschnaufpause, ohne Filler, ohne Fehltritt. Jeder Song sitzt und ist so gut gemacht, dass es schwer fällt, im Gesamtbild einzelne Höhepunkte auszumachen. Das ist schon sehr beeindruckend. Zudem ist „No Free Rides“ eine dieser Platten, bei denen man bereits beim ersten Hören mitgrölen kann. Perfektes Beispiel: „The Deal“. Dieser Track ist gewissermaßen die Definition eines Sing-A-Long-Songs. Diese erstaunliche Eingängigkeit, die sich durch die gesamte Platte zieht, rührt natürlich daher, dass man Hardcore an sich nicht neu erfindet, sondern viel mehr der guten alten Zeit huldigt. Der Grund dafür, warum Violence Approved dennoch so frisch und kein bisschen angestaubt klingen, findet sich in ihrem Gespür für die richtige Mischung aus Härte und Melodie, und vor allem für das perfekte Timing. Außerdem hüllt sich die Aufnahme in eine extrem kompakte und druckvolle Produktion, die einfach alles über den Haufen fährt. Und wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, wird mit einer ganzen Flut an Referenzen überrollt: Nicht nur, dass die Jungs mit so ziemlich jeder HC-Combo auf diesem Planeten zusammengespielt haben, sie konnten zudem als Unterstützung für dieses Album solche Leute wie Roger Miret (Roger Miret And The Disasters ;-)), Marshall (The Warriors), Micha (Anticops) und einige andere gewinnen. Fazit: „No Free Rides“ ist eine Hardcore-Scheibe, wie sie sein muss. Roh, derb, angepisst und voll auf die Zwölf – ohne Kompromisse. Zudem bekommt man hier als Bonus noch eine ganze Reihe interessanter Gastauftritte zu hören, und nicht zuletzt einen Mördersound. Was soll ich da noch sagen… Zugreifen! (cj)




