TesseracT - One
Da haben die Talentscouts bei Century Media wieder einmal ihre Fühler in die richtige Richtung ausgestreckt und mit TesseracT aus Großbritannien einen heißen Newcomer zu Tage gefördert. Die Briten sind ja allgemein schnell dabei wenn es darum geht, eine neue Band abzufeiern. Doch TesseracT konnten sich dort eine wachsende Fanbasis erarbeiteten und schafften es auf eine Tour mit Devin Townsend in Kanada noch bevor überhaupt ein Album auf dem Markt war. Bei „One“ handelt es sich nämlich um das Debüt der Band. Stilistisch hat die Band einen recht originellen Weg gewählt, den man mangels Vergleiche wohl am ehesten in die Prog Metal Ecke stellen kann. Mit Dream Theater und Konsorten hat das Ganze aber recht wenig zu tun. Viel eher sitzt die Band irgendwo zwischen den Stühlen von Tool, Meshuggah, The End und Pink Flyod. Statt aber ausufernd ihre technischen Fähigkeiten zur Schau zu stellen, arbeiten die Jungs komplexe Songs heraus, die verschiedenste Aspekte zu einem spannenden Ganzen vereinen. Dabei wird sehr viel Wert auf Atmosphäre gelegt. Ihre Songs sind meist eher ruhig angelegt, melodische Vocals treffen auf pulsierende Riffs, verzwickte Basslinien auf leises Geklimper, fieses Geschrei auf wabernde Gitarrenwände. Die Band spielt permanent mit packender Laut/Leise Dynamik, lässt es krachen, zieht sich zurück, wickelt den Hörer mit atmosphärischen Melodien um den Finger und zeigt dann wieder ihr derbes Gesicht. In den Songs passiert viel, sie sind aber nie überfrachtet sondern immer klar und durchschaubar. TesseracT gehen einen sehr eigenständigen und interessanten Weg und “One” ist ohne Zweifel ein beachtenswertes Debüt. Potential zu Wachsen gibt es sicherlich noch, doch wer auf komplexen, atmosphärischen und modernen Metal steht, sollte sich die Band mal genauer ansehen. (rg)




