Despite - Clenched
Despite aus Schweden melden sich mit einem neuen Album zurück. Allein durch ihre Herkunft werden hohe Erwartungen an die Jungs gestellt. Man hat sich dem Old-School Death-Metal verschrieben und schickt sich somit an, in die Fußstapfen von Landsleuten wie Grave, Entombed oder Dismember zu treten. So gehen die Jungs sehr ruppig an die Sache heran und glänzen durch tiefer gestimmte Gitarren, derbe Killerriffs und tiefe Growls. Doch nicht nur der klassische Death-Metal hat seine Duftmarke im Sound von Despite hinterlassen, auch progressive Bands wie Meshuggah spiegeln sich im Riffing wieder. Meist hält man es aber simpel und prügelt sich straight durch die Songs. In Punkto Songwriting liefert die Band leider keinerlei neue Erkenntnisse. Im Gegenteil, statt wenigstens halbwegs gut zu recyceln liefert die Band hier ein äußerst lasches und gesichtsloses Sammelsurium von abgehangenen Riffs ab. Die Vocals können ebenfalls nicht durch besonderes Charisma glänzen und beschränken sich eher darauf, monoton und unartikuliert ins Mikro zu grunzen. Von Soli sollte die Band ebenfalls die Finger lassen, wie sie in „All The Eights“ eindrucksvoll beweisen. Die Krone setzt dem Ganzen aber die Produktion auf. Die Band hat erklärt, einen authentischen und rohen Sound angestrebt zu haben. Daher hat man nur Vintage Equipment verwendet. Wer weiß, wie man so etwas richtig einsetzt, kann so sicherlich einen coolen Sound produzieren, bei Despite ging das aber ordentlich in die Hose. Selten habe ich so eine grausame Produktion gehört. Die Drums klingen hohl und kraftlos, die Gitarren knarzen und die Vocals klingen verwaschen. Nicht im positiven, coolen Sinne, sondern tatsächlich als hätten die Jungs mit 'nem Kassettenrecorder im Bad aufgenommen. Produziert wurde von Andreas Kleerup, der normalerweise Pop produziert. Hätte die Band da mal lieber jemanden ran gelassen der sich mit der Materie auskennt. Schrecklich. (rg)




