Down By The Köttelbecke - So lange es geht
30 Jahre Hass wird zu Down By The Köttelbecke! Dreiviertel der Legenden des deutschen Punks finden sich nach einigen Jahren wieder zusammen und wollen mit einem neuen Drummer wieder an alte Erfolge mit der EP „So lange es geht“ anknüpfen. „Menschenfresser“, „Neues Land“ und „Gebt der Meute was sie braucht“ sind nur ein kleiner Teil der Hymnen, die diese Punkinstitution und Mitbegründer der Deutschpunkszene berühmt berüchtigt gemacht haben. Was kann man da im Jahre 2010 von der „Neuen“ Combo mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen erwarten? Nunja, jünger geworden sind die Jungs um Altpunker Peter „Hecktor“ Blümer natürlich nicht. Das spiegelt sich auch immer wieder auf der hier vorliegenden sechs Songs starken EP wieder. Peter an der Gitarre und am Gesang, Chris Roemer am Bass, Gisbert Neumayer an der Gitarre und Karsten Siebert am Schlagzeug gehen durchaus ruhiger ans Werk als man es von ihnen aus alten Tagen gewohnt war. Der flotte Pogo Punk mit aggressiven Texten von damals musste dem soliden, melodiereichen Rock von heute weichen. Im gemächlichen Tempo werden zwar dicke Riffs geboten, doch für eine ordentliche Pogotanzsause reicht das Ganze nur bedingt. Beim Opener „Pottsau“ wird auf recht ordentlich rockende Weise ihrer Liebe zur Heimat, dem Ruhrpott, Tribut gezollt. In „Nicht auf meinem Schiff“ rocken sie fein mit einem Schmunzeltext gegen Nazis. Der Titeltrack „So lange es geht“ ist eine Art Liebeslied. Mit „Silver Surfer“ wird dem Comic Helden von Marvel ein Song gewidmet. In „Normale Leute“ wird ein Denkanstoß über die grauen Massen der Gesellschaft und ihren Egoismus gegeben. Zwar haben Down By The Köttelbecke nicht mehr ganz so viel mit dem Sound von Hass gemeinsam, doch textlich wird oft in der gleichen Schiene gefahren. Wer auf guten Deutschrock abfährt, kann gut und gerne ein Ohr riskieren. (jh)




