Edge Of Spirit - Edge Of Spirit
Die japanische Combo Edge Of Spirit dürfte den wenigsten ein Begriff sein, obwohl die fünf Herren bereits seit 1997 unter diesem Banner tätig sind. Das vorliegende Werk ist ihr vierter Langspieler und hört auf denselben Namen. Die Verwendung des eigenen Bandnamens für ein Album ist meist als Statement zu verstehen; so eine Art Definition, wo die Kapelle sich selbst einordnet. In diesem Fall ist die Aussage recht simpel: Wir spielen Metalcore. Und zwar stinknormalen, handelsüblichen Metalcore mit leichter schwedischer Schlagseite. Die Paten für den Sound sind dann auch recht schnell ausgemacht: As I Lay Dying, Unearth und Heaven Shall Burn wurden im Land der aufgehenden Sonne wohl gern und oft gehört; und teilweise werden sie so schamlos zitiert, dass es schon fast lustig ist. Die einzige Eigenheit des Nippon Core ist eine extrem schleppende Trägheit, die sich durch die komplette Platte zieht. Nur ganz selten verlässt man die Gefilde des langsamen und mittleren Tempos, um kurzzeitig die Zügel anzuziehen, wobei die Handbremse nie ganz gelöst wird. Und obwohl die neun Songs somit nicht viel mehr als stumpfsinnige Mosh-Orgien sind, rockt „Edge Of Spirit“ irgendwie doch ganz ordentlich – oder groovt vielmehr. Verantwortlich dafür sind, neben der (über)mächtigen Produktion, vor allem das hohe Aggressionslevel und die Fingerfertigkeiten der einzelnen Musiker. Man muss den Mannen zumindest zugestehen, dass sie bestens eingespielt sind und genau das machen was sie können: Mosh. Nicht weniger, aber auch keinen Fatz mehr. Wer also von westlichem Metalcore noch nicht genug hat, kann sich mit Edge Of Spirit den Klon aus Fernost zulegen, und wird ähnlich gut bedient werden. (cj)




