Dr. Acula - Slander
Dr. Acula aus New York bezeichnen ihren Stil selbst als Partygrind. In der Praxis ist das wohl die amerikanische Antwort auf die deutschen Atzen. Optisch setzen sie jedenfalls auf einen ähnlich schrillen Stil und so ganz ernst nimmt sich die Band offenkundig auch selbst nicht. Immerhin hat man sich nach dem Screenplay benannt, das sich JD aus der TV-Serie Scrubs ausgedacht hat. Auch die Songtitel sprechen eine ähnliche Sprache: „Song Before The Song“, „Currently, Sexting“ oder „Party 2.0“ sind nur wenige Beispiele. Musikalisch geht die Band deutlich ruppiger zu Werke als die Atzen. Eine Spielart des Deathcore angereichert mit Keyboards und elektronischen Elementen. Das alles ist sehr brutal und wirkt äußerst schizophren. Von Party im Sinne einer ausgelassenen Feier kann ich auf dem Album nichts finden, abgesehen von den wohl witzig gemeinten, aber im Grunde recht dämlichen Texten. Die Songs warten mit allerlei coolen Elementen sowie immer wieder recht überraschenden Effekten und Samples auf. Insgesamt macht all das aber noch einen sehr unausgereiften Eindruck. Die Jungs zielen mehr auf Effekthascherei und Image als auf wirklich gute Songs. So fängt „Slander“ auch schon bei der Hälfte der Spielzeit ordentlich an zu nerven. Dies ist sicherlich auch dem recht stumpfen Gegrunze und Geschrei der Shouter zu verdanken. Unbestreitbar hat die Band einige coole Parts am Start, die alleine machen aber noch lange kein starkes Album. Man muss abwarten was sich aus Dr. Acula noch entwickelt, ich vermute aber, dass sie wieder recht schnell in der Versenkung verschwinden werden. (rg)




