A Saving Whisper - Golden Times For Desperate Lovers
Rein optisch sind die Süddeutschen schon mal erfrischend untrendy. Denn dieser Tage ist es ja fast schon die Regel, dass Kids, die sich eben noch über ihr erstes Schamhaar gefreut haben, am nächsten Tag direkt zum Tätowierer rennen und sich großflächig und bunt zuhacken zu lassen. Auf dem Bandfoto ist aber überhaupt kein Tattoo zu erkennen. Musikalisch sind sie nicht gar so weit ab von angesagten Entwicklungen, man bewegt sich souverän zwischen Screamo und Metalcore, erinnert mal an Bring Me The Horizon, Waterdown oder auch Boy Sets Fire, reicht gekonnt auch mal melodische Vocals zum mächtigen Geschrei und auch in Sachen Songwriting ist man hörbar aus den Kinderschuhen raus – ist ja auch schon die zweite CD der Nürnberger. Transparenter, fetter Sound, das Material dürfte auch live richtig gut bratzen und dazu ein schön schlichtes Coverartwork – fast alles richtig gemacht also. Von den sechs Tracks muss man aber das Intro und die Interlude an vierter Stelle abziehen – da ist manche Single gehaltvoller. Bitte bald an den nächsten Langstreckenstart, die Herren! (tj)




