Encoffination - Ritual Ascension Beyond Flesh
„Ritual Ascension Beyond Flesh“ ist das Erstlingswerk des US-Duos Encoffination und wurde Anfang des Jahres bereits im Tapeformat veröffentlicht. Nun haben sich Selfmade God der Sache angenommen, und legen die 8 Tracks als CD auf. Vielleicht hätte man in diesem Zug das Ding komplett neu aufnehmen sollen, denn was da aus den Boxen trieft ist nicht viel mehr als ein undefinierbarer Brei aus wüstem, ganz weit herunter gestimmtem Geschrammel, extrem tiefen, dämonischen Growls und einem Schlagzeug, das als solches kaum wahrzunehmen ist. Die Herren haben es sich offenkundig zum Ziel gemacht, keinerlei Kompromisse einzugehen, weder bei der Produktion noch beim Songwriting. Sofern man denn gewillt ist, sich etwas ausführlicher mit diesem Soundchaos auseinanderzusetzen, stellt man fest, dass es tatsächlich Musik ist, was da in zeitlupenhaften Wogen ins Ohr schwappt. Musik fernab gängiger Strukturen und bis auf wenige Ausnahmen immer äußerst langsam, zäh und ausschließlich am unteren Rand des hörbaren Spektrums angesiedelt. Lediglich einige Samples lockern den horrormäßigen Audioalptraum etwas auf. Das ist Slo-Mo-Metal in allen seinen Extremen, und genau deshalb nicht gänzlich charmefrei. Dieser grobschlächtige Mix aus super düsterem Death und schwärzestem Doom erhebt sich geradewegs aus den abgründigsten Tiefen der Hölle. Wie ein archaisches Wummern und Dröhnen aus sechs Fuß Tiefe. Aber auch wenn es die Klangverhältnisse ziemlich erfolgreich zu verschleiern vermögen, so verrät doch ein Blick auf das Logo, welches dem von Incantation nicht unähnlich ist, von wo die beiden US-Boys ihre Ideen beziehen. Auch Thergothon und Evoken stehen den beiden Texanern musikalisch recht nahe. Das Rad des Todesmetalls wird also auf „Ritual Ascension Beyond Flesh“ nicht gerade neu erfunden, allerdings kriegen Encoffination von mir ein paar Extrapunkte wegen ihrer Kompromisslosigkeit, und weil sie schlichtweg auf alles scheißen, was auch nur ansatzweise modern ist. Beim Sound hätten sie dann aber doch ein wenig mehr Offenheit beweisen können, denn für die Meisten dürfte das hier nur übles Gewummer und Geschepper sein. (cj)




