October Tide - A Thin Shell
Wir erinnern uns: Als Katatonia Ende der 90er Jahre nach der „Brave Murder Day“-EP einen doch deutlichen Kurswechsel im Bandsound einleiteten von dem sich viele Fans der frühen Tage bis heute nicht erholt haben, gründete Fred Norrman zusammen mit Jonas Renkse und ein paar befreundeten Kollegen die Formation October Tide. 1997 und 1999 erscheinen die gefeierten Alben „Rain Without End“ und „Grey Dawn“, die sich in der Folge dann zu gesuchten Sammlerobjekten entwickelten (bevor zumindest das Debüt mittlerweile neu aufgelegt wurde) und seither hat man an sich nichts mehr gehört von October Tide. Kaum sind die Norrman-Brüder bei Katatonia kürzlich von Bord gegangen reaktiviert Fred Norrman jetzt prompt October Tide – so ganz ohne Mucke geht’s dann wohl doch nicht. Meister Renske ist aber heuer nicht mehr mit von der Partie (er hat ja mit Bloodbath auch ein feines Vehikel als Kontrastprogramm zu seiner Hauptband am Start), genauso wenig wie Jonas Kjellgren (Ex-Scar Symmetry). Und trotz der langen Veröffentlichungspause und der internen Umbesetzungen: da ist immer noch das drin, was der Konsument ob des Namens October Tide erwartet, nämlich Songs in der Tradition der frühen Katatonia, irgendwie im Doom verwurzelt, mit ausufernden instrumentalen Passagen und mit jeder Menge Melancholie. Upgedatet wurde nur der Sound, eben auf den Stand von 2010. Das Album passt auf jeden Fall vortrefflich in den Herbst, Abzüge gibt’s nur für den auf Dauer doch mächtig eindimensionalen Growlgesang. (tj)




