Helloween - 7 Sinners
Und wieder einmal braut sich ein Sturm über dem hohen Norden zusammen, denn der Hamburger Kürbiszüchterverein hat einen neuen Mutantenkürbis auf die Fangemeinde losgelassen. Das gute Stück hört auf den Namen „7 Sinners“ und birgt doch die eine oder andere Überraschung in sich. Allem voran muss ich gestehen, dass ich nach der Fortsetzung der Keeper-Saga den Glauben an die Band verloren hatte. Die kommenden Alben haben mich auf diesen Schock hin nicht wirklich interessiert und nun fliegt da ohne Vorwarnung die aktuelle Scheibe auf meinen Schreibtisch und wagt es, sich in meinem Gehör festzufressen. Ich gebe gerne zu, ich bin wieder ein gläubiger Kürbisvernascher. Helloween schaffen es von der ersten Sekunde an, mich voll und ganz zu überreaschen und zu überzeugen. Weg von einer Ideenlosigkeit hin zu einem der härtesten, schnellsten, kreativsten und klanggewaltigsten Alben ihrer Bandgeschichte – wenn das kein erfolgreicher Wandel ist. Darüber hinaus werden denjenigen, die in „Master Of The Rings“ eine Offenbarung sehen, die Freudentränen in den Augen stehen, denn mit „Who Is Mr. Madman?“ hat die Hamburger Metal-Institution einen mehr als würdigen Nachfolger des Überohrwurms „Perfect Gentleman“ geschrieben. Auch „Raise The Noise“ ist ein definitiver Anspieltipp, der durch eine Querflöteneinlage in schönster Jethro Tull-Manier zu wahrlich gigantischer Größe heranwächst. Was diesem Silberling darüber hinaus noch den letzten Schliff gibt, ist der leicht progressive Anstrich einzelner Stücke. Damit erreicht Helloween eine ganz neue Qualitätsdimension. Vermutlich gab es noch nie ein vergleichbar vielschichtiges Album aus dem Hause Helloween. Da bleibt mir nur noch zu sagen: unbedingt kaufen. Wenn „7 Sinners“ kein Pflichtkauf sein sollte, verstehe ich die Welt nicht mehr. (jb)




