Dagoba - Poseidon
Die Franzosen von Dagoba veröffentlichen mit „Poseidon“ bereits ihr viertes Album. Die Band erfreut sich in ihrer Heimat bereits großer Beliebtheit und hat es als eine von drei Bands in den letzten fünf Jahren in die heimischen Charts geschafft. Auch hierzulande bekommt die Band immer mehr Aufmerksamkeit und konnte bereits Auftritte auf wichtigen Festivals absolvieren. „Poseidon“ knüpft dort an, wo die Band zuletzt aufgehört hatte. Es wird moderner Metal geboten, der recht eigenständig klingt. Neo-Thrash trifft auf Nu-Metal und wird mit Keyboards angereichert. So sitzt die Band irgendwo zwischen den Stühlen von Slipknot, Machine Head und Fear Factory, allerdings eben nie als Kopie einer der Bands sondern wirklich als Schnittmenge. „Poseidon“ wirkt zweigeteilt. In der ersten Hälfte setzt die Band hauptsächlich auf Härte und Kompromisslosigkeit. Melodien kommen nur untergeordnet zum Zug. Leider kommt die Band in diesen Songs nie so recht auf den Punkt und verzettelt sich. Abwechslung wird kaum geboten und echte Highlights sind dünn gesät. In der zweiten Hälfte des Albums scheint die Band dann wie ausgetauscht. Plötzlich halten melodische Gesangspassagen Einzug und die Songs bekommen Charakter und fast Hittauglichkeit. Hier liegen eindeutig die Stärken der Franzosen. Songs wie „Silence #3“ oder „Orphan of You“ können sich durchaus sehen lassen. Doch auch sie reichen nicht aus um Dagoba in die erste Riege moderner Metal Bands zu heben. Dazu mangelt es der Platte insgesamt einfach noch an Klasse. (rg)




