The Sleeping - The Big Deep
Die New Yorker von The Sleeping waren schon immer etwas anders. Zwar fußen die Anfänge der Band ganz klar im Emo/Rock von Bands wie Taking Back Sunday oder Brand New, The Sleeping wussten aber immer wie sie ihrem Sound Charme und Eigenständigkeit verleihen konnten. Die kreative Ader wurde von Album zu Album immer stärker angezapft und die Band bekam immer mehr Profil. Es erschien ein Highlight nach dem anderen. Jetzt liegt das insgesamt vierte Album der Band vor. Statt aber auf Nummer sicher zu gehen und sich auf den erkämpften Lorbeeren auszuruhen, machen die Jungs wieder einen kreativen Schritt nach vorne. Die neuen Songs klingen unverkennbar nach The Sleeping, wofür nicht zuletzt die markante Stimme von Frontmann Douglas Robinson verantwortlich ist, aber auch deutlich erwachsener und reifer. Wo man auf dem grandiosen Vorgänger „What It Takes“ noch etwas wilder nach vorne preschte, nimmt sich die Band bei den neuen Songs zurück und zelebriert eher die ruhigen Momente. Zwar gibt es immer noch dickes Riffing, die Klangkulisse ist aber deutlich sphärischer und zurückhaltender. Stattdessen werden die kleinen Melodien gefeiert, die Arrangements wesentlich filigraner und lockerer gestaltet und mystische Keyboards eingesponnen. Die Keyboards wirken insgesamt ebenfalls zurückhaltender, immer dann wenn sie jedoch zum Tragen kommen, erschaffen sie spannende Klangbilder. Die Stimmung der Songs ist sehr viel düsterer ausgefallen als man es von der Band sonst kennt. Nicht selten bekommt man einen flüchtiges 80er New Wave Feeling und fühlt sich an The Cure erinnert, dann kommt aber in Form von schrägen Gitarren und wummernden Bässen ein 90er D.C.-Post-Core Anstrich durch. Oft werden die Songs ganz allein von der grandiosen Stimme von Frontmann Robinson getragen. The Sleeping schaffen es einmal mehr, spannende Songs zu schreiben die unter die Haut gehen und Suchtpotential haben. Das Album ist einmal mehr eine großartige Platte der hierzulande noch immer viel zu unbekannten Band. (rg)




