Soifass - Hypokrit
2010 melden sich die Oi Streetpunker Soifass mit ihrer dritten Langrille „Hypokrit“ zurück. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung 2007 und mit verändertem Lineup wollen die Jungs noch mal voll durchstarten. Mit Harris Johns, der schon deutsche Metalgrößen wie Tankard und Sodom und zuletzt Szenebekanntheiten wie Stomper98 und Toxpack veredelte, soll es ein weiterer großer Wurf werden. Leider gelingt ihnen dies mit diesem Album nur zum Teil, was aber auch auf den teilweise nicht sehr gut abgemischten Sound zurück zu führen ist, der sich des öfteren in einem breiten Brei wiederfindet. Zwischen den rockigen Riffs und ein paar guten Solis geht allzu oft der raue Gesang von Viktor verloren, der eigentlich einen Großteil der dreckigen Atmosphäre der Songs ausmacht. Nichtsdestotrotz folgt nach einer kurzen Einleitung mit Klaus Kinski’s bekannten Zitat “Ich bin nicht euer Schauspieler“ gleich eines der Highlights der Scheibe. „Leid“ rockt ordentlich nach vorne und wartet mit einem eingängigem Refrain auf. Zusammen mit der Liebeserklärung an Berlin „Stompingcrew“ und „Der Narr“ bricht dieser aus den recht einheitlich klingenden restlichen Songs aus. Das Booklet ist ordentlich im Comicstil aufgemacht und lädt ein, es sich genauer anzuschauen. Leider steh' ich allerdings überhaupt nicht auf das Textsuchmich-Spiel, so dass ich das Durcheinander der Texte persönlich nicht gut finde. Außerdem sind ab und zu Unterschiede vom Gesungenen zum Geschriebenen zu finden. Meiner Meinung nach sollte man hier sorgfältiger vorgehen, da bei dieser Art Musik viel mit dem Text gearbeitet wird. Dennoch sind die Texte nicht nur plump proletisch wie bei anderen Bands dieses Genres, sondern es wurden sich durchaus Gedanken gemacht. Fans von Oi, Streetpunk, Toxpack und den Troopers werden sicher ihre Freude an dieser Scheibe haben, für die anderen wird sie wohl belanglos sein. (jh)




