Black Magic Six - Doomsday Bound
Platten zu besprechen kann von Zeit zu Zeit die absolute Hölle sein. Das aktuellste Beispiel hierfür ist „Doomsday Bound“, die neue Scheibe der zweiköpfigen Combo Black Magic Six. Der erste Song lief noch nicht einmal 30 Sekunden, und ich hasste ihn schon abgrundtief. Dennoch bin ich im Folgenden bemüht, ein objektives Review abzuliefern. Die beiden Finnen J-Tan und Lew Siffer geben als Einflüsse Satan, Punk und Venom an und beschränken sich in ihren Kompositionen auf Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Humor scheint man im Hause Black Magic Six ja zu besitzen, aber das reicht eben noch lange nicht aus, um gute Musik zu machen. Denn auch in Sachen Kreativität beschränkt man sich auf das absolute Minimum. Die zehn Stücke pendeln irgendwo zwischen Punk’n’Roll und Rockabilly hin und her, bieten aber bestenfalls ausgelutschte 08/15-Kost. Über eine knappe halbe Stunde hinweg langweilt man sich beinahe zu Tode, denn das, was hier an Riffs zu finden ist, war schon vor drei Dekaden mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Untermauert – oder sollte ich sagen untergraben – wird das Saitenspiel von stinklangweiligem Drumming, das eher einschläfernd als mitreisend wirkt. Kein einziges cooles Break, alles nur stur geradeaus und zwischen riesigen Scheuklappen eingezwängt. Das ganze ‚Werk’ ist so eingängig, dass es ohne Spuren zu hinterlassen, völlig unverdaut, gleich wieder ausgeschieden wird. Woran ich allerdings noch lange denken werde, ist der – für meine Begriffe – extrem nervtötende Gesang, der auch noch bewusst weit in den Vordergrund gemischt wurde. Technisch ganz okay, aber stilistisch mehr als gewöhnungsbedürftig. Glücklicherweise hat man aber nach 25 Minuten das Meiste überstanden und muss nur noch das Volksmusik-Riffing des abschließenden Titelsongs ertragen, bevor man „Doomsday Bound“ – von Gewissensbissen völlig befreit – in die Mülltonne werfen kann. (cj)




