System Divide - The Conscious Sedation
Bei System Divide handelt es sich um ein multinationales Projekt, an dem unter anderem Sven De Caluwe von Aborted beteiligt ist. Zusammen mit seinen Mitmusikern, die ebenfalls einen Hintergrund anderer Bands haben, versucht er extremen Metal mit melodischem Pop-Metal und Gothic zu verbinden. In der Praxis klingt das so, dass knallharter extrem Metal aus der Schnittmenge Deathcore, Grindcore und Death-Metal mit weiblichen melodischen Vocals angereichert wird. So weit so gut. Die Idee ist ja gar nicht so schlecht, die Umsetzung lässt allerdings etliche Wünsche offen. Zuerst scheint alles ganz gut zu funktionieren. Blastbeats und Killerriffs spalten dem Hörer den Schädel, Sven De Caluwe grunzt und schreit alles in Grund und Boden, dann setzt der zarte Gesang von Miri Milman ein und bietet damit den entsprechenden Kontrast. Im Gegensatz zu ähnlich gelagerten Bands wie In This Moment ist der Grundsound von System Divide wirklich sehr brutal. Der Kontrast ist also deutlich krasser. Leider wirkt der Gesamtsound auch sehr viel zerpflückter und inkonsistent. Es klingt, als würden zwei Bands gegeneinader anspielen. Wie eine Extrem-Metalband, die sich als Effekt eine Sängerin ins Boot geholt hat. Vieles erscheint als sei es nicht zu Ende gedacht worden. Hinzu kommt, dass der Band über die Laufzeit gesehen die Ideen ausgehen. Die Band wiederholt sich und die Ideen laufen sich schnell tot. Viele Riffs, Melodien und Arrangement waren von Anfang an schon nicht mehr ganz taufrisch bzw. zweite Wahl. Zu allem Überfluss wirkt das Konzept zu sehr, als sei es am Reißbrett konstruiert worden. Insgesamt ist „The Conscious Sedation“ also eher ein Schuss in den Ofen. Wenn man diese beiden Extreme ansprechend miteinander vereinen will, muss man sich schon etwas Besseres einfallen lassen. In der Zwischenzeit hört man sich besser die letzten Deadlock Platten nochmal an. (rg)




