Stone Sour - Audio Secrecy
Das Debüt von Stone Sour war für mich damals eine echte Überraschung. Die beiden hauptamtlichen Slipknot Musiker Corey Taylor (Gesang) und James Root (Gitarre) verwirklichten in ihrem Nebenprojekt coole Rock Songs, die sowohl viel Herz als auch Eier hatten. Aus dem Nebenprojekt wurde spätestens mit dem zweiten Album „Come What(ever) May“ eine echte Band und auch ein zweites Standbein für die Jungs. Das Album lies die Fangemeinde amtlich wachsen und in den Staaten knackte man sogar die Top 10. Erkauft wurde dies aber leider mit recht glatt gebügelten und auf Hit getrimmten Songs, was Freunden des Debüts nicht selten sauer aufgestoßen ist. Das nun vorliegende dritte Album gibt sich bis auf wenige Ausnahmen in dieser Hinsicht nicht versöhnlicher. Die Band verfolgt den Weg des Vorgängers weiter und glättet die Songs wo es nur geht. Die noch vorhandenen Kanten wirken zu gewollt und insgesamt ist der Anteil an Schmusesongs einfach zu hoch. Stone Sour stehen heute irgendwie näher an Nickelback als an Slipknot. Klar, bei den Protagonisten handelt es sich um tolle Musiker die wissen wie funktionierende Songs geschrieben werden. So ist das Hitpotential von Tracks wie „Say You´ll Haunt Me“ oder „Unfinished“ nicht von der Hand zu weisen. Doch leider gehen Schmalz triefende Pop-Rock Songs wie „Hesitate“ einfach gar nicht und sind deutlich über der ertragbaren Toleranzgrenze. Da hilft es auch nicht, dass Corey den nächsten Song „Nylon 6/6“ mit einem ganz bösen Röhren beginnt. Davon abgesehen erscheint die objektiv feststellbare Hitdichte insgesamt recht dünn und es haben sich erschreckend viele Füller eingeschlichen. So sollte sich wohl auch der geneigte Fan dem Album besser mit Vorsicht nähern. (rg)




