Hellyeah - Stampede
Hellyeah wurde von ex-Pantera/Damageplan Drummer Vinnie Paul gegründet um sich nach dem tragischen Mord an seinem Bruder Dimebag Darrell wieder musikalisch zu betätigen. Mit im Boot sind illustre Musiker wie Chad Gray und Greg Tribbett von Mudvayne, Tom Maxwell (ex-Nothingface) und Bob Zilla (ex-Damageplan). Gemeinsam ließen sie bereits auf dem ersten Album das Cowboys From Hell Image neu aufleben, was nun auf „Stampede“ weiter verfolgt wird. Insbesondere durch die Vocals von Chad Gray fühlt man sich zwangsläufig an Mudvayne erinnert, doch Hellyeah sind deutlich stärker im Southern Rock verwurzelt. Letzterer wird mit modernem Metal gekreuzt. Das Ergebnis ist eine deftige Version des amerikanischen Stadion-Rock. Wer durch Vinnie Pauls Mitgliedschaft vermutet, die Bands würde an die glorreichen Tage von Pantera anknüpfen, wird bitter enttäuscht. An seiner Art, die Felle zu bearbeiten, gibt es natürlich nichts auszusetzen. Mit Pantera haben Hellyeah aber kaum Gemeinsamkeiten. Der Opener „Cowboy Way“ ist ebenso wie „Hell Of A Time“ stark auf eine amerikanische Rock Zielgruppe getrimmt, die sich bei der Ballade „Better Man“ auch mal 'ne Träne aus den Augen drücken darf. „Stampede“ ist handwerklich zweifellos ein gelungenes Album, diese Jungs wissen einfach wie man Songs schreibt und sie technisch sauber umsetzt. Trotzdem werde ich mit der Platte nicht so richtig warm. Sie wirkt einfach flach und überflüssig. Das ganze klingt irgendwie als wollte Vinnie Paul es der Welt nochmal beweisen, wofür er sich kompetente Erfüllungsgehilfen engagiert hat. Das Ergebnis reicht aber einfach nicht an das heran, was eine Band wie Pantera mit ihrer einzigartigen Chemie produziert hat. Vielleicht kann man als Mitteleuropäer aber auch einfach nicht so recht die Sorgen und Nöte eines echten texanischen Cowboys nachfühlen. (rg)




