Blood Revolt - Indoctrine
Die Fakten vorneweg: Hinter Blood Revolt steckt niemand anderes als der Ausnahmesänger bzw. -fronter von Primordial, A. A. Nematheanga. Für sein Projekt Blood Revolt hat er sich noch Revenge- und Conqueror-Mastermind J. Read und C. Ross von Axis Of Advance, einer mittlerweile aufgelösten kanadischen Extrem Metal-Band, ins Boot geholt. Extreme Raserei und ein ebenso extremer Drumsound bestimmen die acht Songs auf „Indoctrine“, stilistisch wird hier so einiges zusammengetackert, Death, Doom, Thrash, Black Metal und nicht zu vergessen Grindcore. Stimmlich wird – nahe liegend – viel geschrieen und gegrowlt, aber der irische Charakterkopf gibt auch immer wieder beachtliche melodische Parts von sich, die mich entfernt an Messiah Marcolin (Ex-Candlemass) erinnern. Sicherlich einer eingehenden Beschäftigung wert sind die Texte, denn da investiert Nematheanga ja immer sehr viel Herzblut, musikalisch hab' ich aber so meine Probleme mit dem Album. Gefühlte 80% der 40 Minuten Spielzeit wird hysterisch in bester Grindcoremanier auf der Snare rumgekloppt und an Raserei grenzend der Knüppel kreisen gelassen, die Gitarre hat (leider!) bestenfalls Proberaummitschnitt-Soundqualität und den Bass höre ich nur ab und an mal etwas knarzen. Oft hört sich das genau so an, wie es wohl auch entstanden ist. Ich vermute mal, da hat jeder seine Parts fabriziert und die wurden dann im Studio zusammengetackert, nach 'ner organischen Band klingt das jedenfalls selten. In den besten Momenten groovt es mal ein bisschen (siehe z.B. „Gods Executioner, Praise Be“), dieses zarte Pflänzchen wird aber schleunigst wieder mit dem Knüppel aus dem Sack plattgekloppt. Intensiv, eigensinnig und im Kern recht zynisch ist das auf jeden Fall, aber sicher nicht das höchste der Gefühle in dem Bereich. Cooles, schlicht-effektives Coverartwork aber. (tj)




