Korn - III Remember Who You Are
Man kann von Korn halten was man will. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass die Band mit ihrem damals frischen Stil ein ganzes Genre neu erfunden und zahlreiche Bands nachhaltig geprägt hat. Ihre ersten beiden Alben waren zweifellos wegweisend. Ihr Stil wurde auf den folgenden Alben immer weiter verwässert und kommerzialisiert. Spätestens nach „Untouchables“ hatte die Band all ihre Innovationskraft verspielt und entsprechend auch Fans der ersten Stunde verloren. Die drei Platten, die in der Zwischenzeit veröffentlicht wurden, kann man getrost vergessen. Seit dem letzten Album sind nun drei Jahre ins Land gezogen in denen es recht ruhig um die Band war. Im Vorfeld dieses, nunmehr neunten, Albums wurde die Gerüchteküche reichlich angeheizt. Die Band soll sich wieder zurück auf ihre Anfangstage besonnen haben und wieder mit frischer Enerige und Wut zu Werke gehen. Alles Blödsinn. Schon nach den ersten Songs ist klar, dass das lediglich eine Marketing Aktion war und Korn nach wie vor in der Inspirations- und Orientierungslosigkeit herum stochern. Korn sind weit davon entfernt das alte Feuer wieder zu entzünden. Sicherlich sind auf dieser Platte Songs wie „Olidale“, „Fear Is A Place To Live“ oder „The Past“, die sicher besser sind als das meiste was die Band in den letzten Jahren gemacht hat, aber nicht einmal ansatzweise das frühere Niveau erreichen. Dafür sind auf der Platte reichlich Songs zu hören auf denen sich die Band versucht selbst zu covern und es einfach nicht schafft. Immer wieder tischen sie uns Momente auf, die nur ein Fragezeichen beim Hörer hinterlassen. Der Gesang von Frontmann Davis wirkt bemüht und leidenschaftslos. Zu allem Überfluss kauft man ihm seine verzweifelten Psycho Texte einfach nicht mehr ab. Korn Fans der ersten Stunde, die gehofft haben, die Band würde mit diesem Album zumindest ansatzweise wieder zu ihrer alten Stärke finden, werden bitter enttäuscht. (rg)




