Myra - Godspeed
Myra aus Leipzig machten bereits mit ihrem Debüt „The Venom It Drips“ auf sich aufmerksam. Damals wurde solider aber dennoch recht typischer Metalcore geboten. Jetzt legt die Band ihr zweites Album vor und schnell wird klar, dass die Jungs hart an sich gearbeitet haben und sich im unüberschaubaren Genre mit einem eigenen Sound positionieren wollen. Die prinzipielle Marschrichtung ist nach wie vor gleich geblieben. Moderner Metalcore der brutal nach vorne geht. Allerdings hat die Band ihre Ader für Melodien gefunden, die auf „Godspeed“ deutlich größeren Raum einnehmen. So wird der jederzeit angriffslustig klingende Sound immer wieder mit tollen Melodien umspielt, die den Songs mehr Tiefe und Eingängigkeit verleihen. Sogar melodischer Gesang ist immer wieder zu hören. Myra schaffen es dabei aber ihren Sound nicht zu verwässern, sondern eben gekonnt zu erweitern. So bekommt das Ganze einen Anstrich von Darkest Hour, Unearth oder Parkway Drive. Das Album nimmt immer wieder interessante Wendungen, so ist der Titeltrack beispielsweise ein atmosphärisches Instrumental und bei „Phobia“ gibt es gesangliche Unterstützung von War From A Harlots Mouth Frontmann Nico. Man hört „Godspeed“ deutlich an, dass die Band mit viel Liebe zum Detail gearbeitet hat ohne dabei die rohe Energie zu vernachlässigen. Für die Zukunft bietet das Album sicherlich noch Raum für Verbesserungen, Myra sind aber auf einem guten Weg und „Godspeed“ ist sicherlich noch nicht das Ende der Fahnenstange. (rg)




