Fatalist - The Depths Of Inhumanity
Stockholm liegt in Kalifornien. Das glaubt ihr nicht. In Sachen Musik dürften Fatalist, eine vierköpfige Combo aus Ventura (CA), den ultimativen Nachweis liefern. Schnell wird klar, dass die Devise bei „The Depths Of Inhumanity“ nicht Eigenständigkeit lautet, sondern eher Heldenverehrung. Wer sich jetzt noch mit Schweden-Death aus Stockholm auskennt, dürfte wenig Schwierigkeiten haben, die Vorbilder von Fatalist ausfindig zu machen. Diese sind zweifelsohne „Nihilist“ und „Entombed“, wie sich schon unschwer am Bandnamen und an dessen Gestaltung erkennen lässt. Was das Cover verspricht, wird von den Songs gehalten. Grooviger, bedrohlicher und wuchtiger Schweden-Death der Handelsklasse 1a. Leider schwingt etwas wehmütig die Tatsache mit, dass im Falle Fatalist die Vorbilder etwas zu detailgetreu nachgeahmt werden. Dies geht deutlich zu Lasten der Eigenständigkeit. Das soll aber auch schon der einzige wirklich identifizierbare Wehmutstropfen sein. Abgesehen davon macht „The Depths Of Inhumanity“ mächtig Druck und mindestens ebensoviel Spaß. Die Jungs sprühen vor Energie und geben diese gänzlich an die geneigten Hörer weiter. Wer sich an der Nähe zu Death-Giganten wie Nihilist, Entombed, Dismember und Konsorten nicht stört, dürfte mit Fatalist einen wahren Leckerbissen gefunden haben. Für mich ein tolles Album, dem die Eigenständigkeit leider abhanden gekommen ist. (jb)




