William Control - Noir
Dass Aiden Frontmann Wil Francis ein Faible für 80er Jahre Synthie Pop hat, hat er bereits mit dem Debüt seines Nebenprojekts William Control unter Beweis gestellt. Jetzt erscheint das zweite Album dieses Projekts. Man kann Will sicherlich nicht den Vorwurf machen, sein Seitenprojekt würde klingen wie seine Hauptband. Mit Aiden hat das hier rein gar nichts zu tun. Auch sind William Control keine Band, die versucht den Synthie Sound mit Punk oder Metal zu verbinden. William Control zelebrieren diesen Sound in Reinform. Als Vorbilder nimmt sich Wil Francis Künstler wie David Bowie, New Order und natürlich Depeche Mode. Angereichert wird das Ganze lediglich von einer Prise Industrial a la Nine Inch Nails. Das resultiert in Songs mit billig klingendem Drum Computer, reichlich piepsigen und schräg klingenden Synthies und Elektrobeats. Alles sehr auf 80er getrimmt und auf Tanzflächen Kompatibilität optimiert. Hier und da greift Francis auch zur Akustikgitarre und macht einen auf Singer/Songwriter, u.a. in der Akustikversion des Elvis Klassikers „Can´t Help Falling In Love“. Leider geht das Experiment in allen Belangen voll in die Hose. Kein Song hat wirklich das Zeug zum Hit, die Synthies nerven im Gegenteil extrem und das Vollpacken von Songs mit Samples wirkt auch eher kontraproduktiv. Die Vocals von Wil Francis klingen sehr gleichförmig und blutleer. War auf dem Debüt von William Control zumindest noch der eine oder andere passable Part enthalten, steckt „Noir“ leider von vorne bis hinten voller Mist. Schuster bleib bei deinen Leisten, sag ich da nur. Will Francis sollte seine Energie wohl lieber wieder auf seine zweitklassige Punkband konzentrieren, statt sie in diesem drittklassigen Projekt zu verschwenden. (rg)




