Boil - A New Decay
Dänemark ist immer wieder für eine musikalische Überraschung gut. Boil haben dort für ihr Debüt bereits einen Award eingestrichen und sich einen soliden Namen erspielt. Jetzt erscheint ihr zweites Album, welches auch hierzulande Freunde finden dürfte. Die Band ist stilistisch irgendwo zwischen Tool und Katatonia angesiedelt. Sie versammeln auf dem Album eingängige Rocksongs mit düsterem, melancholischem Grundton. Der Einfluss von Tool ist allgegenwärtig und manifestiert sich vor allem im Riffing und der Produktion. Die Songs sind aber meist eher kurz gehalten und besitzen längst nicht die Komplexität von Tool. Katatonia spiegeln sich eher in der düsteren Atmosphäre wieder. Doch Boil rocken auch mal gern eher straight drauflos. Auch auf eine gewisse Eingängigkeit haben Boil geachtet und so gehen die Songs recht gut ins Ohr. Ebenfalls auf der Haben Seite kann die Band den charismatischen Gesang von Frontmann Jacob verbuchen, der den Songs ein hohes Maß an Tiefe verleiht. Eigentlich hat die Band alles richtig gemacht. Was das Album aber insgesamt etwas nach unten zieht, ist die Tatsache, dass die Band es nicht schafft, die Platte über die Ganze Spielzeit spannend zu halten. Viele Songs ähneln sich stark und die Band verpasst es immer wieder für Akzente zu sorgen. Das macht sich insgesamt nach der ersten Hälfte der Platte bemerkbar. Tummeln sich weiter vorne noch wirklich starke Songs verläuft die Spannungskurve ab dann doch recht linear und es gibt kaum noch Höhepunkte. Dennoch muss man Boil ihr hohes Potential attestieren. Wer Tool und Katatonia mag, sollte auf jeden Fall ein Ohr riskieren. (rg)




