My Uncle The Wolf - Flush
Mit ihrem Debüt hatten My Uncle The Wolf bei mir echt einen Stein im Brett. Bodenständiger Rock mit dreckiger Südstaaten Kante, ganz in der Tradition von Down oder Corrosion Of Conformity. Die nachfolgende EP „The King´s Ransom“ deutete schon einen Stilwandel an. Kein Wunder, schließlich saß nicht mehr wie beim Debüt Down Mitglied Jimmy Bower im Produzentensessel. Jetzt liegt das zweite volle Album der Band aus New York vor. Mit dem Sound des Debüts haben die neuen Songs nur noch bedingt etwas zu tun. Statt bodenständiger, erdiger und eingängiger Riffs bekommt man heute oft wabernde Gitarren zu hören. Der Gesamtsound ist sehr viel düsterer, aber auch verwaschener und verspulter. 70er Jahre Drogenmusik könnte man sagen. Auch die Vocals sind kaum noch klar artikuliert sondern meist mit einem Effekt verzerrt. Während die ersten drei Songs der Platte mit der neuen Marschrichtung noch in Ordnung gehen, fängt die Band später an, deutlich den Faden zu verlieren. Hier hat man wohl den einen oder anderen Joint zu viel geraucht während der Produktion. Die Band verliert sind in seltsamen Soundlandschaften, produziert teilweise nur noch Geräusche und kommt einfach nicht mehr auf den Punkt. Das dehnt zum einen die Spielzeit der Songs aus und erhöht andererseits den Langeweile-Faktor. My Uncle The Wolf schaffen es zu keiner Zeit den Hörer wirklich mitzureißen, bringen keine Konstanz in ihr Songwriting und verfehlen so das Ziel meilenweit. Sicher, den einen oder anderen gelungenen atmosphärischen Moment erschafft die Band. Dennoch ist der Gesamteindruck der Platte eher trüb. Insbesondere wenn man vor Augen hat wie großartig das Debüt war. Wer drogengeschwängerten, psychedelischen Rock mag, kann mal ein Ohr riskieren. Wer das Debüt mochte, könnte aber ordentlich vor den Kopf gestoßen werden. (rg)




