My Own Private Alaska - Amen
So, wie im Review zum Debüt vom Oktober 2008 schon angemerkt, hat sich jetzt tatsächlich Produzentenlegende Ross Robinson (Korn, Slipknot, Machine Head, Glassjaw, Blood Brothers, Cold, At The Drive-In, The Cure) dieser außergewöhnlichen Band angenommen. Die Trademarks sind immer noch wie gehabt, charismatischer (Screamo/Emo-)Gesang, konsequent ohne Gitarren, dafür massig fast klassische Klavierparts. Sogar ein paar der Songs des Debüts haben es in überarbeiteter Form auf dieses Album geschafft. Robinson darf sich auf die Fahnen schreiben, dass er alles verdichtet und noch intensiver gemacht hat. Der Gesang – wobei Gesang gibt es an sich zu wenig, hier regiert eher hysterisches Geschrei – erinnert immer mal wieder an Manson oder auch At The Drive-In, transportiert aber gekonnt verschiedenste Emotionen und verbindet sich wunderbar mit den dramatischen Pianoklängen. Pluspunkt der Band ist auf jeden Fall ihre relative Einzigartigkeit, für manche mag das aber auch hier und da zu viel des Guten sein, es kann nämlich durchaus auch etwas anstrengend geraten, was das Trio hier in nahezu 60 Minuten abliefert. Das dürfte auch eher was fürs konzentrierte Hören sein, als zum Hintergrund berieseln lassen. Mit ihrer Version von “Where Did You Sleep Last Night†reihen sie sich in die lange Reihe der Künstler ein, die diesen appalachischen Folksong schon bearbeitet haben – die meisten Leser dürften wohl die Nirvana-Version kennen. Als Sahnehäubchen gibts ein schlichtes, aber umso treffenderes Coverartwork. (tj)




