Lighthouse - Abyssus Abyssum Invocat
Das Wirken der Augsburger Band Lighthouse fand bisher eher im Verborgenen statt und wird lediglich durch zwei Demoaufnahmen und eine unveröffentlichte EP bezeugt. Mit ihrem ersten Longplayer wollen sie das nun ändern. Auf jeden Fall ist das Artwork der Platte schon ein echter Hingucker, und auch der sehr stielsichere Myspace-Auftritt macht Lust auf mehr. Allerdings erfolgt mit dem Einlegen der CD erst einmal ein kleiner Tiefschlag: Dieses ‚Album’, wie es in der Bandinfo genannt wird, bringt nicht einmal zwanzig Minuten Spielzeit auf die Uhr und fällt somit für meine Begriffe deutlich zu kurz aus. Das quantitative Manko wird aber durch die Qualität der acht Tracks größtenteils wettgemacht. Durch kompromissloses, unorthodoxes Songwriting gelingt es, recht verschiedene Stilrichtungen zu einem interessanten, niemals langweiligen Paket zusammenzuschnüren, das durchaus überzeugen kann. Aggressiv treibende Riffmonster und schräge Noise-Passagen werden mit einigen melancholischen Melodien verflochten und zu einem recht komplexen und sehr dynamischen Gesamtwerk geformt. Ganz besonders haben es mir dabei „Soul Survivor Pt. II“ mit seiner sehr gelungenen Melodieführung und vor allem „Xiii“ angetan. Letztgenanntes ist der Übersong der Platte und entfacht ein dreiminütiges Chaos, das sich auch auf einer Converge-Scheibe nicht schlecht machen würde. Wenn es an der Kreativität der fünf Augsburger etwas zu bemängeln gibt, dann dass einige ihrer Riffs schon verdächtig nach den Wegbereitern um Kurt Ballou und Jacob Bannon klingen. Und eben weil die eine oder andere Akkordfolge schon zu oft gehört wurde, zünden ein paar der Stücke nicht so heftig, wie sie von ihrer Anlage her vielleicht könnten. Unter dem Strich kann Lighthouse aber durchaus als ein kreativer Leuchtturm in der Brandung der Mittelmäßigkeit betrachtet werden, denn hier steckt eine Menge Potential drin, das auf „Abyssus Abyssum Invocat“ zwar stellenweise hell erstrahlt, aber dennoch einiges an Entwicklungsbedarf aufweist. (cj)




