Scumbucket - Sarsaparilla
Bei Trennungen diagnostiziert das Umfeld ja gerne, dass es für beide Parteien die beste Entscheidung war. Das klingt als Betroffener immer recht hohl, aber mit ein paar Jahren Abstand ist man dann doch soweit das genauso zu sehen. Wenn man sich die starken Veröffentlichungen von KEN und Scumbucket dieser Tage so anschaut, dann ist man tatsächlich auch versucht den Blackmail-Split als Segen zu sehen! Und auch wenn ich mich doch selbst sehr wundern muss, dass mir sowas aus der Feder kommt: Scumbucket haben ein wunderbares Album für den aufkeimenden Sommer gezimmert! Das ist herrlich luftiger Rock, allerdings nicht gehaltloses 08/15-Material, das könnte Maestro Kurt Ebelhäuser wohl gar nicht, die elf Tracks bieten immer etwas für die Seele und den Geist, will sagen: hier wird gerockt, aber mit Köpfchen, Style und Auge fürs Detail! Und: Wie kann man denn bitte gleichzeitig so lässig-cool und leidenschaftlich singen? Das Album macht einen sehr homogenen Eindruck, und das obwohl das Trio hier wirklich abwechslungsreich zur Tat schreitet! Melancholie, (streckenweise radiotauglicher) Pop, mächtige Gitarrenwände, Chöre (ja!), Bläser (echt!), Keyboard und immer wieder tolle Riffs und Grooves. Vielleicht braucht die Welt also gar keinen neuen Blackmail-Sänger? An sich egal, solange Scumbucket beim Wiederaufleben von Blackmail nicht wieder so lange auf Eis gelegt werden! Das mit dem „Stechwinden“-Titel hab ich (noch) nicht verstanden, aber das spricht für die Langzeitmotivation… (tj)




