Tony Sly - 12 Song Program
Tony Sly, seines Zeichens Frontmann der Punk Truppe No Use For A Name, veröffentlichte bereits vor Jahren auf seiner Split mit Lag Wagon Frontmann Joey Cape eine Split mit rein akustischen Songs. Damals beschränkte er sich noch auf Coverversionen von NUFAN Songs. Jetzt veröffentlicht er, einige Zeit nach seinem Kumpel Joey Cape, sein erstes Soloalbum. Die Songs sind typische Singer/Songwriter Tracks, die sich hauptsächlich auf seine Stimme und seine Akustikgitarre konzentrieren. Hier und da bekommt er Unterstützung von einem Akkordeon, Bläser oder Gastgesängen. Die Songs sind meist eher ruhig gehalten und ihnen liegt eine nachdenkliche, melancholische Stimmung zugrunde. Keine Spur von dem bei NUFAN eher zu Späßen aufgelegten Sly. Leider sind die 12 Tracks auch alle sehr gleichförmig ausgefallen. Sly trällert und zupft sich oft so gelangweilt durch die Songs, dass man schneller einschläft als dass man den Song verinnerlicht. Auch die Gesangsleistung die im NUFAN Kontext eigentlich immer überzeugt, ist auf seinem Soloalbum eher schwach ausgefallen. Es wird anhand der gleichförmigen Gesangsleistung klar, dass Sly eben doch nicht über die stimmliche Bandbreite von Joey Cape oder Frank Turner verfügt. Die Spannungskurve der Platte ist ungefähr so steil wie die Nulllinie eines an Langeweile verstobenen Faultiers. Auch emotionalen Tiefgang oder Atmosphäre sucht man vergebens. Von „12 Song Program“ hätte ich mir wirklich deutlich mehr erhofft, insbesondere aufgrund der guten Reputation von Tony Sly. Bittere Enttäuschung. (rg)




