Die Skeptiker - Fressen Und Moral
Im Herbst 1996 gründete Eugen Balanskat die Band „Die Skeptiker“. Es gelang ihm somit, den Zeitgeist der Wendezeit und das Lebensgefühl der Straße authentisch in Worte zu fassen. Nun meldeten sich Die Skeptiker elf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Wehr Dich!“ mit dem Tonträger „Fressen Und Moral“ zurück. Das Textpanorama der neuen Produktion reicht von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Bankenkrise und der sich öffnenden Schere zwischen Arm und Reich über Politikerignoranz bis hin zu den beiden Endzeitvisionen „Lügenwelt“ und „Alien Nation“. Persönliche Titel wie „Ego“ oder „Tag und Nacht“ umrahmen die insgesamt zwölf Songs. „Finstere Zeiten“ thematisiert zudem den permanenten Abbau der Persönlichkeitsrechte durch sicherheitsfanatische Politiker. Die Skeptiker behandeln mit ihrer neuen Platte zeitgemäß aktuelle Probleme der deutschen Gesellschaft und deren Politik – allen voran Balanskat, der sich auch lange nach der letzten Scheibe nicht den Mund verbieten lässt. Er stellt dies mit speziellen Texten unter Beweis, die sich jenseits der breiten Masse einordnen lassen. Das ist sicherlich etwas, was man den Berliner Punk-Urgesteinen von den Skeptikern hoch anrechnen kann: Dass sie sich nicht von ihrer Richtung abbringen ließen und mit „Fressen Und Moral“ eine direkte Punkscheibe auf die Punk-Fangemeinde loslassen, die sich von der Masse abhebt. Und das nicht zuletzt durch das Zusammenspiel der Melodien mit den Vocals von Balanskat – auf die man sich natürlich einlassen muss, damit die Platte funkioniert. (mg)




