Gavin Portland - VI: Hand In Hand With Traitors, Back To Back With Whores
Gavin Portland aus Island stießen mit ihrem Debüt “III: Views Of Distant Towns†allerorts auf offene Ohren und wurden beispielsweise vom Visions in den Himmel gelobt. Eine Pleite des Landes und einen Labelwechsel später präsentieren die Jungs nun ihr zweites Album. Statt Kurt Ballou haben die Jungs die Produktion dieses Mal selbst besorgt und die Platte in nur einer Woche fertig gestellt. Sicherlich klingt sie auch deshalb eine ganze Ecke rauer, kantiger und auch wütender als der Vorgänger. Stilistisch schlagen die Jungs allerdings nach wie vor in dieselbe Kerbe. Es wird düsterer Post-Hardcore geboten, wobei die Band dabei weniger epische Pfade bereist wie beispielsweise die Kollegen von Cult Of Luna. Die Songs von Gavin Portland sind deutlich kürzer und auch sehr viel direkter und stärker von wuchtigen Riffs geprägt. Obwohl sich die Band Raum für Spielereien einräumt und verschrobene Beats und Riffs einbringt, bleiben die Songstrukturen recht klar. Sowohl schleppende als auch etwas flottere Nummern sind auf der Platte zu finden. Die heiseren Vocals klingen meist sehr verzweifelt. Insgesamt erreichen die Isländer mit diesem Album nicht mehr die Klasse des Debüts. Die Songs klingen meist etwas ideenarm und orientierungslos. Zwar finden sich immer wieder coole Parts, jedoch kaum welche, die wirklich für Akzente sorgen. Die Platte hat sicherlich ihren Charme, hinterlässt den Hörer aber auch nach mehreren Durchläufen eher mit einem Fragezeichen als mit einem Lächeln. So fällt das Gesamturteil eher durchschnittlich aus. Es mangelt dem Album einfach an wirklichen Höhepunkten. (rg)




