Reliéf - Galactic Stranger
Raider heißt jetzt ja bekanntlich schon länger Twix und Treets eben M&Ms. Da wurden also Namen geändert, ohne dass sich der Inhalt geändert hat, bei Reliéf liegt der Fall dann aber anders. Hier steckt rein besetzungstechnisch noch viel von der Aalener Band Funky Fruits drin, spätestens seit da mit Uli Pflanz aber ein anderer Drummer an Bord ist, passt dieser doch latent alberne Name nicht mehr zum Inhalt. Der hat sich völlig weg vom Funk und hin zum anspruchsvollen Rock entwickelt. Das Riff des Openers erinnert mich ganz stark an The Cult, musikalisch geht’s aber eher in die Amplifier/Biffy Clyro/Oceansize/Muse-Richtung, auch wenn die Band sich bewusst aus der Schubladisierungs-Chose raushalten will. Das ist eine mehr als angenehme Verpuppung und das Album sieht nicht nur äußerlich top aus, sondern löst dieses beim ersten Treffen gemachte Versprechen dann auch beim Hören ein. Vom Arrangement, der Produktion, dem Songwriting und auch von der technischen Seite ist das alles bewusst anspruchsvoll, trotzdem gelingt es den zehn Songs spätestens bei mehrmaligem Hören in den Ohren und im Kopf des Hörers anzukommen. Mit ausreichend Zeit bei Peter Wagner (Walnut Recordings) aufgenommen, den man vielleicht auch als DJ der ähnlich faszinierenden Footgang kennt, hat die Band an sich alles richtig gemacht. Jetzt bitte dieses Kapital nicht ungenutzt in der Schublade liegen lassen, sondern Gas geben, CDs verschicken, Reviews hamstern und vor allem landauf landab Shows spielen! (tj)




