Blueneck - The Fallen Host
Ganze drei Jahre nach ihrem Debüt „Scars From The Midwest“ tauchen die Jungs aus Bristol wieder aus der Versenkung auf und legen mit „The Fallen Host“ nach. Schon die Anzeige spricht beim Einlegen der CD in den Player Bände: acht Songs in 55 Minuten – das wird kein Punkrock sein! Eher ziemlich genau das Gegenteil. Der Term Rock kommt in der eher schlecht als recht sitzenden Beschreibung Postrock zwar noch vor, auf „The Fallen Host“ regieren aber eher die ruhigen, stillen Momente. Elegisch, schön, melancholisch aber auch dynamisch sind Vokabeln, die sich einem schnell aufdrängen. Gesang ist deutlich in der Minderheit und selbst wenn er vorkommt, ist er oft sehr weit hinten im Sound untergebracht, Streicher sind ein immer wieder kehrendes Element, ebenso wie schwelgerische Gitarrenparts. Es fällt schwer einzelne Songs oder Passagen herauszuheben, hier zählt eher das Gesamterlebnis (es gibt auch keine Pausen zwischen den einzelnen Songs) – ein ideales Kopfhöreralbum, das nicht besser in die ruhige Jahreszeit passen könnte. Natürlich haben auch andere Bands das schon ähnlich gut hinbekommen, nahe liegende Koordinaten wären etwa Sigur Rós, Godspeed! You Black Emperor oder auch Mogwai, die Briten Blueneck schaffen somit aus bekannten Zutaten ein durchaus starkes Album und tauchen tiefer in die Ambient-Ecke ein, als das die genannten Bands tun. Es gibt wohl auch eine kreative Verbindung zu Cult Of Luna, die dann unterm Strich zwar deutlich brachialer vorgehen, eine Seelenverwandtschaft liegt aber nahe! (tj)




