Wirtz - Erdling
Ein eigensinniger Kerl, der sich für die harte – aber ehrliche – Tour entschieden hat, und der Erfolg gibt ihm Recht! Anstatt sich für irgendjemanden zu verbiegen und sich in smart ausbaldowerte Marketingkonzepte pressen zu lassen, hat Daniel Wirtz sich für sein Debüt dafür entschieden, ein eigenes Label zu gründen, das Album genau so zu veröffentlichen, wie er es sich vorgestellt hat und im Anschluss den Beweis anzutreten, dass er nicht nur auf Platte überzeugt. Der Weg des Hessen führte durch unzählige Clubs und eben diese Basisarbeit ermöglicht es, dass die für dieses zweite Album gebuchte Tour schon in Hallen stattfindet. Authentisch ist ein Wort, dass sich nahezu aufdrängt in Zusammenhang mit Wirtz. Er macht straighte Rockmusik, wie man das sonst eher aus den USA kennt und versieht sie mit Texten, die sich nicht zurück- und auch sonst keine Rücksicht nehmen. „Das Leben fickt mich jeden Tag ungeschützt und ungefragt“ heißt es etwa in „Meinem Namen“. Das wird ihn zwar auch in Jahren nicht (wie kürzlich Bob Dylan) für den Literaturnobelpreis qualifizieren, dafür spricht es bestimmt vielen aus der Seele, die Zwischenebene der (metaphorischen) Kodierung wird hier also einfach mal weggelassen. Das ist oft wütend, oft sehr emotional, gerne auch mal kritisch („Meilenweit“) und manchmal auch melancholisch, aber erfreulicher Weise so gut wie nie peinlich – wie das bei deutschen Texten ja des öfteren passiert. (tj)




