Ulme - Tropic Of Taurus
Gestartet als “Familienbetrieb” mit zwei Brüdern und einem Cousin ist Ulme 14 Jahre später auch ohne verwandtschaftliche Bande eine feste Größe im deutschen Noise-Rock. In den 90ern veröffentlichten sie drei vielbeachtete Alben, dann wars ein paar Jahre still und mit „Dreams Of The Earth“ meldete sich Arne Heesch mit neuer Mannschaft fulminant zurück. Das Ölgemälde af dem Cover, das übrigens auch von Arne stammt, lässt Raum für verschiedenste Interpretationen, ganz ähnlich wie auch die Band Ulme 2009 viel mehr ist, als man gemeinhin mit dem Begriff Noise assoziiert. Der Opener „Rubber P.“ geht vermeintlich auf Nummer sicher, erinnert an ganz Große des Genres wie etwa die New Yorker Unsane und legt die Latte schon mal recht hoch. Das folgende „Sisyphus, Crack The Stone!“, das mit den bezeichnenden Worten „Dear Lovers, Fuck You All“ beginnt, ist schon eher Stoner Rock, Arnes brüchiger Gesang springt einen förmlich an und ist total präsent, während die Gitarren zwar vorhanden sind, sich aber oft relativ zurückhalten. Da wurde viel Zeit in den Sound investiert und der ist nichts von der Stange; wenn man sich die Linernotes vornimmt, findet man da aber auch schnell gute Gründe dafür: einerseits live eingespielt und andererseits produziert und gemischt wurde von Kurt Ebelhäuser, ja, genau, vom Gitarristen von Blackmail. Bei „Orpheus“ ließ sich der Meister gar zu einem Gäneshaut-Duett mit Heesch hinreißen! Und gegen Ende geht ihnen keinesfalls die Luft aus, mit „Light In The Trees“ und „Saviour“ servieren sie fast am Schluss noch zwei Kompositionen, die man ihnen in ihrer lauernden und spartanisch instrumentierten Art vor Jahren noch gar nicht zugetraut hätte. Hut ab vor dieser Band, mit dem Sound ists sicher nix mit Altersvorsorge, das ist pure, gelebte Leidenschaft! (tj)




