Savage Messiah - Insurrection Rising
Hossa, langsam frag ich mich echt, ob die Briten ihren Kids irgendwelche Retrozusätze ins Müsli hauen. Seit Monaten kommt hier eine Kapelle nach der anderen ums Eck, die sich einen Dreck um aktuelle Trends schert und vehement an einem (Oldschool)Thrash-Revival strickt. Municipal Waste sind da wohl die bekanntesten, aber auch Savage Messiah haben schon mit ihrer Debüt-EP vor zwei Jahren für Aufsehen gesorgt und legen jetzt ihren ersten Longplayer vor. Die erste Assoziation, die mich beim Opener und Titeltrack „Insurrection Rising“ anspringt, ist Death Angel. Energiegeladener Highspeed-Thrash mit einem ausdrucksstarken Sänger also, wobei der wilde Messias über die gesamte Albumdistanz gesehen doch deutlich in Melodic Metal-Regionen vorstößt. Die folgenden Tracks bewegen sich dankenswerter Weise nicht alle im Hochgeschwindigkeitssektor, die Herren gehen auch mal vom Gas – was ihnen auch sehr gut zu Gesicht steht, siehe „In Absence Of Liberty“. Mit Chris Tsangarides hat man sich einen Mann mit ordentlich Erfahrung auf den Produzentenstuhl geholt, der Mann hatte auch schon Judas Priest (die man z.B. bei „The Serpent Tongue Of Divinity“ auch sehr gut heraushört) und Black Sabbath im Studio und so klingt das Album von der Soundseite her auch richtig ausgereift. Das Album macht auch sonst Spaß, man fühlt sich um gute 20 Jahre in der Zeit zurückgeschleudert und hat das spontane Bedürfnis, mal wieder ein paar Großtaten aus der Ära, etwa von Testament oder auch Megadeth, in den Player zu schmeißen. Woran es noch hapert ist der eigene Touch, das Quäntchen, das aus einer inspirierten Band eine eigenständige und besondere Band macht. Da die Band aber sowohl gesanglich als auch technisch auf der Höhe ist, wird man von ihnen bestimmt noch mehr hören. (tj)




