Intwine - Kingdom Of Contradiction
In den Niederlanden sind Intwine schon eine etablierte Band, da dürfen sie live dann auch schon mal vor Tausenden von Leuten beim Pinkpop ran. Und auch in der Türkei haben sie über nen Soundtrackbeitrag wohl schon die Nummer 1 geknackt. Das wird bei uns eher nicht passieren… Nicht dass die Band schlecht wäre, ganz im Gegenteil. Sie widmen sich nur einem Sound, der in unseren Breitengraden eher als „durch“ gilt, Crossover nämlich. Bei der Bandgründung im Jahr 2001 war das eigentlich schon genauso, aber von so was sollte man sich auch nicht beirren lassen, man muss die Musik machen, die aus einem selbst kommt. Und das tut die Band bei den satten 16 Songs in über 70 Minuten. Der fünfte, relative balladeske Song namens „For Goodness Sake“, erinnert von der Instrumentierung her an seichte Incubus- und Deftones-Songs und die Stimme von Roger Peterson kommt dabei sogar fast an die Großtaten von Chris Cornell heran! Bei den anderen Songs erinnert der coole Fronter eher an den Ex-Dub War und Skindred-Sänger Benji Webbe, der Mann kann also richtig gut singen, hat viel Wumms aber auch ordentlich Melodie in der Stimme, und klingt keinesfalls nach einem Niederländer. Die immense Spielzeit kommt daher, dass das „Debüt“ der Band aus mehreren in den Niederlanden bereits früher veröffentlichten Alben kompiliert wurde und wir es hier mit einer „aufgebohrten“ Version zu tun haben. Die Songs wurden allerdings allesamt neu eingespielt und so ist der Gesamteindruck auch sehr homogen. Selbst die langsam groovende The Police-Coverversion ist mehr als gelungen, da singt als Sahnehäubchen auch noch Ex-K’s Choice-Sängerin Sarah Bettens mit! Zum Crossover-Grundgerüst kommt noch Drum’n’Bass-, lateinamerikanisches und sogar ostasiatisches Zierwerk dazu, alles sowohl handwerklich als auch soundtechnisch mehr als überzeugend. Schade, dass die Hochzeit des Sounds längst vorbei ist, die hätten richtig groß werden können! (tj)




