Kaishakunin - Zur Vernunft Begabter Mensch
Der Kaishaku-Nin ist beim ritualisierten Selbstmord der Samurai (Seppuku) derjenige, der dem Lebensmüden den Kopf abschlägt. Die Band mit demselben Namen (aber leicht veränderter Schreibweise) kommt nicht aus Japan sondern aus Karlsruhe. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass Selbst und Außenwahrnehmung oft ganz schön differiert. Kaishakunin beschreiben ihren Sound als Mischung aus Converge, Botch, Loxiran und Escapado. Während die Vergleiche mit den letzten Beiden noch einigermaßen passen mögen, kann ich im Sound von Kaishakunin keine Spur von Converge oder Botch hören. Somit wissen wir was Kaishakunin nicht sind, aber was sind sie denn nun? Man kombiniert metallischen Hardcore mit Screamo und etwas 90er New-School und würzt das Ganze mit deutschen Texten. Die Band macht ihre Sache recht gut. Die Songs klingen eigenständig und die Band ist mit viel Energie am Werk. Auch die emotionalen deutschen Texte stehen der Band gut. Die heiseren Screams könnten sicher etwas mehr Leben vertragen, passen aber auch zum Sound. Das Härteniveau ist recht hoch angesiedelt, aber eben auch nicht übertrieben. Neben traditionellen Metal Leads bastelt man immer wieder kleine wirre Gitarrenfrikeleien ein, was für Auflockerung sorgt. Die Aufnahmen zur Platte stammen aus zwei verschiedenen Sessions, die sich qualitativ deutlich unterscheiden. Sind die ersten vier Tracks noch passabel produziert, schmerzen bei den anderen vier schnell die Ohren. Diese Songs sind älter und insgesamt auch deutlich weniger charmant und schlüssiger als die ersten. Die Vocals sind außerdem auf Englisch. Alles in Allem ist „Zur Vernunft Begabter Mensch“ sicherlich nichts Aufregendes aber immerhin ganz nett. Man kann an der Platte ablesen, dass sich die Band offensichtlich in eine positive Richtung entwickelt. Mal schauen was noch daraus wird. (rg)




