Livid Halcyon - Winterlove
Schon das einleitende „On My Own“ macht unmissverständlich klar, wo der Weg auf „Winterlove“ hinführt. Krispe Gitarren und ein erdiger Bass legen ein fast schon metallisches Fundament, auf dem sich Sängerin Melanie, die erneut hörbar an sich gearbeitet hat, gekonnt räkelt. Das straighte Schlagzeug soll hier nicht unerwähnt bleiben, ebenso wie die vielen Sachen, die sich im Hintergrund abspielen, ob nun Streicher, Keyboards oder Sounds. Die Power von Gitarre und Bass deutet immer wieder in Richtung Metal, das Material der elf Songs ist aber viel breiter gestrickt, der Gesang ist sehr ausgearbeitet, eingängig und mit einem gewissen Popappeal versehen (manche Gesangsparts sind richtig cool poppig und würden auch bei Silbermond nicht aus der Reihe tanzen!); wobei allen Songs, auch dem balladesken „Another Day“ eine irgendwie melancholische Note anhaftet. Das könnte auch den im Moment nicht so aktuellen Winter im Titel erklären. Anstatt irgendwelche Kompromisse einzugehen wurde für die vierte Veröffentlichung der Aalener Formation mit Roger Grüninger ein erfahrener Produzent verpflichtet, der u.a. auch schon bei den Bloodflowerz und Hackneyed an den Reglern saß. Beim abschließenden, atmosphärischen Titelsong hört man gegen Ende einen Herzschlag und das passt wiederum wunderbar zum überaus gelungen Artwork von Killustrations – eine runde Sache das! Mitte Juli gibt’s im Aalener Cafe Podium eine Releaseparty für die sich die Band wieder einiges hat einfallen lassen. U.a. kann man eine „Abwrackprämie“ in Anspruch nehmen, einfach eine beliebige alte CD zur Show mitbringen und schon spart man zwei Euro Eintritt. (tj)




