There For Tomorrow - A Little Faster
Die Debüt EP von There For Tomorrow hat mich im letzten Jahr zwar nicht unbedingt vom Hocker gerissen, aber doch einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Band präsentierte unspektakulären aber dennoch sehr gut gemachten Emorock. Viel Gefühl und ein gutes Gespür für Melodien machten die EP zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Jetzt präsentiert die Band ihr erstes volles Album. Darauf sind elf neue Songs enthalten, die ein ähnliches Bild wie die EP abgeben. Emotionaler Rock mit kernigen Riffs, einfühlsamem Gesang und netten Melodien. Abgerundet wird das von oft sehr pathosgeladenen Keyboards. Handwerklich ist der Band einmal mehr kein Vorwurf zu machen. Die Songs gehen gut ins Ohr und vertragen sich äußerst gut mit sonnigen Tagen und herunter gekurbelten Scheiben an der Rostlaube. Auf Dauer packen die Songs den Hörer aber dann doch nicht. Dafür fehlt es der Band einfach an Profil und eigenem Charakter. Bei der Debüt EP konnte man da noch ein Auge zudrücken, für das Album hinterlässt das eher einen negativen Beigeschmack. So wird aus „A Little Faster“ wohl nicht mehr als ein zugegeben hochwertiger aber dennoch nur saisonaler Soundtrack, der im nächsten Jahr wohl wieder vergessen sein wird. Da hätte man vielleicht doch etwas weniger Zeit beim Stylisten verbringen und stattdessen etwas mehr an seiner Identität arbeiten sollen. Wer auf poppigen Emo steht, kann aber bedenkenlos ein Ohr riskieren. (rg)




