Jarvis Cocker - Further Complications
Der Mann hat schon immer das gemacht, worauf er Lust hatte. Pulp war eine der wichtigsten BritPop-Bands überhaupt, was Jarvis Cocker nicht davon abhielt die Band zu beenden und sich solo weiterzuentwickeln. Also zunächst mal Umzug nach Frankreich und dann das Relaxed Muscle-Album, 2006 dann das Soloalbum „Jarvis“. Und nicht zu vergessen, sein Auftritt in „Harry Potter und der Feurkelch“. „Jarvis“ hatte es schon angedeutet, Cocker wendet sich wieder seiner alten Liebe BritPop zu. Und auf „Further Complications“ hat er mit dem Produzenten Steve Albini zusammengearbeitet, der besonders für seine direkte Arbeitsweise in Liveatmosphäre und die Arbeit mit Nirvana bekannt ist. Die erste Single „Angela“ war dann dank verzerrter Gitarren auch ordentlich rau im Sound, vor allem aber eine richtig eingängige Nummer, die man fast schon hymnisch nennen möchte und die latent an die White Stripes erinnert. Bock auf Rock also? Nicht durchweg, und gerade die Tracks, die eher seiner alten Liebe, dem BritPop huldigen, sind sehr gelungen. „Leftovers“, „Slush“ und das abschließende „You’re In My Eyes (Discosong)“ hätten beispielsweise durchaus auch auf einem Pulp-Album zu Hause sein können. Sehr gelungen auch die schmachtende, ruhige Nummer „I Never Said I Was Deep“, die sogar mit gekonnt eingebautem Bläsersatz überzeugt. Bis auf den Bart also nichts dramatisch Neues im Universum des charismatisch-coolen Sängers, aber in Albini hat er den perfekten Partner für ein überraschend starkes Album gefunden. (tj)




