Xerath - Xerath I
Ganz großes Kino läutet dieses Album ein, massig Streicher, Pauken und Chöre, man wähnt sich im Kino während auf der Leinwand irgendwas riesiges dargestellt wird. Kinofans sind die Mucker wohl auf jeden Fall, denn Xerath liegt meines Wissens im Star Wars-Universum. Später setzen dann fette, rhythmusdominierte Gitarren ein und dank präzisem Drumming regieren schnell die Polyrhythmen. Assoziationen zum Werk von Meshuggah, Textures oder auch Devin Townsend lassen sich nicht vermeiden, aber die Briten von Xerath gehen einen Schritt weiter und schieben die Orchesterpart viel weiter in den Vordergrund – manchmal vielleicht sogar etwas gar zu weit. Die Band selbst spricht zwar von orchestralem Groove-Metal, aber dabei ist mir die starke Technikschlagseite der Combo doch etwas unterrepräsentiert. Die Technik gerät dabei glücklicherweise nie zum angeberischen Selbstzweck, immer wieder wird auch straighteren Riff- und Melodie-Passagen Platz gemacht, die man auch ohne Taschenrechner nachvollziehen kann. Die Vocals von Richard Thompson klingen am ehesten nach Hardcore, der Mann brüllt die ganze Zeit, schafft es aber trotzdem zu überzeugen – ganz ohne Cleangesänge! Man merkt dem Album zu jeder Zeit an, dass sich die Band um eine eigene Identität bemüht und nicht nur Bekanntes und Erfolgreiches neu aufpoliert. Bei einem Song wie „False History“ greifen die Zutaten optimal ineinander und der Teig … ähhh Plan, geht richtig gut auf. Ein tolles Album, das in der Summe mit knapp 40 Minuten vielleicht etwas kurz geraten ist, aber der Titel lässt hoffen, dass da bald die Nummer II nachgeschoben wird. (tj)




