The Process - Vultures Of Human Decay
Ohne die MCD „Vultures Of Human Decay“ komplett durchgehört zu haben, war ich bereits ein Fan dieser Band. Nicht weil sie auf ihrer Homepage Kafka zitieren, sondern vor allem weil wir es bei The Process mit fünf jungen Musikern zu tun haben, die die politische Seite von Hardcore und Punk nicht nur textlich umzusetzen wissen. Engagement wird groß geschrieben. Wichtig ist dabei natürlich, dass die Musik nicht zu kurz kommt, und die Schweden sind hier über (fast) jeden Zweifel erhaben. Die fünf Songs plus Intro bieten eine Art Querschnitt durch die Entwicklung der letzten 15 Jahre in Hardcore und Punkrock. Oldschool-Elemente wie 3-Chord-Drives und Sing-A-Longs kommen ebenso zum Zug, wie modern gewürzte Doublebass-Attacken und Noise-Einflüsse. Wahrscheinlich bedingt durch ihre skandinavische Herkunft, lassen The Process auch eine nicht zu geringe Portion dreckigen Rocks in ihr Soundgemisch mit einfließen, und sorgen so für die nötige Abwechslung. Auch spielerisch braucht sich hier niemand zu verstecken, und speziell bei den – meist sehr gelungenen – Übergängen und Breaks blitzen die technischen Fähigkeiten der Bandmitglieder auf. Nicht zuletzt durch den hohen Verzerrungsgrad erinnern die Schweden soundtechnisch an Bands wie ‚From Ashes Rise’ oder ‚Tragedy’. Darüber hinaus wirken sich die ideologischen Ähnlichleiten zu ihren Landsmännern, den mächtigen ‚Refused’, wohl auch ein bisschen auf die Kompositionen aus, ohne dass diese sich aber allzu sehr anlehnen würden. Auch sind die Vocals von der Stimmlage her recht hoch angesiedelt, und dadruch wird ein guter persönlicher Wiedererkennungswert erzielt. Insgesamt betrachtet, wandeln The Process somit auf ihren ganz eigenen Pfaden, und die könnten meiner Meinung nach noch einiges für diese junge Band bereithalten. Die ausgelatschte Phrase, dass eine Menge Potential vorhanden ist, traf wohl selten so zu wie hier. Auf jeden Fall antesten! (cj)




