Tardy Brothers - Bloodline
Die Gebrüder John und Donald Tardy haben dem Death Metal Genre wie kein anderes Brüderpaar ihren Stempel aufgedrückt. Und auch wenn´s bei den Namen nicht bei allen sofort klingeln wird, sobald der Opener "Bring You Down" in Fahrt kommt und der Gesang einsetzt, ist alles klar: Obituary is in da house! John Tardys Stimme ist einfach einzigartig, und auch sein Bruder sorgt unverzüglich für den Trademark-Beat bzw. -Groove, mit dem sie Obituary über die Jahre mehr oder weniger auf Kurs gehalten haben. "Bloodline" ist, wenn es nach den Brüdern Tardy geht, der erste Teil in einer Reihe von Veröffentlichungen, bei denen sie jeweils befreundete Musiker ins Boot holen um sich gemeinsam mit diesen ein paar coole Tracks aus dem Ärmel zu schütteln. Nicht die schlechteste Idee, denn das Material auf diesem ersten Output ist durchaus gefällig. Die Kreise der eingeladenen Musiker wurden hier noch nicht gar so groß gezogen. An der Gitarre ist nämlich der gerade neu für Obituary rekrutierte ehemalige Death- und Deicide-Shredder Ralph Santolla und der ursprüngliche Executioner-Gitarrist Jerry Tidwell zu hören. Und Executioner waren ja bekanntlich die Obituary-Vorgängerband - Keep It In The Family also zunächst mal. Außer der prägnanten Stimme und dem bekannten Groove gibt´s aber glücklicherweise kaum Überschneidungen mit Obituary - sonst wär det Janze ja oooch überflüssig wien Kropf. Die Bruderschaft erkundet eher klassischer rockende Gefilde, straightes Schlagzeug und viel Soloarbeit, die manchmal gar in Prog-Gefilde vordingt. Musikalisch alles recht melodiös gehalten, mit ordentlich Breaks und ab und an bremsen sie die Tracks schon fast in Doom-Bereiche runter. Im gewohnt blastenden Obituary-High-Speed-Sektor bewegt sich einzig "Deep Down". Ein mehr als gelungenes Experiment, das beweist, dass Johns Stimme durchaus auch mit anderen Stilarten wunderbar harmonisiert - ruhig mehr davon! (tj)




