Brutal Truth - Evolution Through Revolution
Lange Zeit hat man nichts von Brutal Truth gehört. Die Band gehörte zu der Speerspitze der Grindcore Szene Anfang der 90er. Die ersten beiden Platten "Extreme Conditions Demand Extreme Responses" und "Need To Control" gehören ohne Frage zu den absoluten Meilensteinen des Genres. Die Band um Danny Lilker (ex-Anthrax, ex-Nuclear Assault, S.O.D.) nahm 1997 mit "Sounds of the Animal Kingdom" ihr vorerst letztes Album auf, was nicht mehr an die oben erwähnten Meilensteine heran kam. Jetzt hat sich die Truppe reformiert und präsentiert mehr als 10 Jahre später ihr neuestes Album "Evolution Through Revolution". Der erste Eindruck bestätigt, dass der Bandname Brutal Truth auch musikalisch nach wie vor Programm ist. Die Band liefert Grindcore in Reinform ab, der mit kurzen, chaotischen Songs meist pfeilschnell am Hörer vorbei zieht und ihn wie vom Zug gestreift zurück lässt. Brutal Truth sind nach wie vor extrem und absolut kompromisslos. Das neue Material wirkt recht chaotisch, überfordert aber nicht zu sehr. Die Band wechselt geschickt zähe Parts mit hyperschnellem Geballer. Shouter Kevin Sharp schreit und grunzt was das Zeug hält, wirkt jedoch insgesamt nicht mehr so kraftvoll wie auf früheren Alben. Eine Tatsache, die sich auch auf andere Aspekte der Platte ausweitet. Brutal Truth können mit dieser Platte leider nicht an ihre frühen Werke anknüpfen. Zwar stimmen die Zutaten, die Songs erreichen aber einfach nicht die Klasse von Klassikern wie "Ill Neglect" oder "Choice Of A New Generation" oder "Displacement". Einige Höhepunkte existieren sicherlich aber insgesamt wirkt die Platte oft ziellos und es mangelt ihr an der Frisch und Energie, welche die Band früher hatte. Schade. (rg)




