The Number Twelve Looks Like You - Worse Than All
Bereits das Debüt von dieser Band aus New Jersey war ein Lehrstück in Sachen chaotischem Jazz injizierten Hardcore. Das zweite Album knüpft genau dort an. Insgesamt scheint der sehr eigenständige Stil des Sextetts aufgeräumter und zugänglicher geworden zu sein, andererseits haben wir es noch immer mit einer sehr anstrengenden Platte zu tun. Der Jazz-Anstrich kommt heute noch deutlicher zum Tragen, jedoch weniger rein musikalisch als eher konzeptionell. Ebenfalls zu spüren ist ein unterschwelliger Einfluss des einen oder anderen Mike Patton Projekts wie Mr.Bungle, Fantomas aber auch Faith No More. Trotz recht vieler Melodien, melodischem Gesang, der zwischen dem fiesen Keifen aufblitzt, und doch sehr griffigen Hooks ist das Album eine turbulente Achterbahnfahrt. Hier trifft grenzenlose Kreativität auf musikalische Fertigkeiten auf höchstem Niveau. Die Band zwängt sich erst gar nicht in ein Genrekorsett sondern lebt sich völlig aus. Das hat zur Folge, dass sie selbst in einer Schublade wie Chaoscore oder Jazzcore noch Exoten sind. Dabei vernachlässigen sie aber nie die Grundprinzipien des Songwritings und gestalten die Songs gerade noch so eingängig, dass sie den Hörer nicht überfordern. Tracks wie das schmissige "Glory Kingdom" oder das mit seltsam anmutendem Salsa Feeling durchtränktem "The Garden´s All Nighters" sind nur zwei Anspieltipps. "Worse Than All" ist ein tolles Album für alle geworden, die auf chaotischen, progressiven Hardcore stehen, der auch die melodischen Elemente großzügig zum Zuge kommen lässt. (rg)




