Autumn - Altitude
Schon seltsam, so ein relativ kleines Land wie die Niederlande scheint überdurchschnittlich voll zu sein mit einerseits gesanglich talentierten und andererseits auch noch optisch schnuckligen Damen. Autumn waren ja mit ihrem Debüt und ihrer Frontfrau Nienke de Jong da gleich vom Start weg sehr gut im Rennen, bevor dann vor ein paar Monaten die Lady leider krankheitsbedingt von Bord gehen musste. Ihre Nachfolgerin Marjan Welman (die man auch von ihrer Beteiligung am letzten Ayreon-Album kennen könnte) steht ihr aber in keiner Kategorie nach und erinnert gesanglich gleich an die niederländische Frontelfe schlechthin: Anneke van Giersbergen (Ex-The Gathering). Nachdem de Jong stimmlich etwas tiefer und rauer angelegt war, hat sich da also etwas getan, rein musikalisch gesehen hat der Wechsel am Mikro an sich keine Veränderungen mit sich gebracht. Wenn man mal die "Zutatenliste" der Band liest (Keyboards, weibliche Vocals usw.), könnte das Projekt an sich ganz böse in die Hose gehen, hier wird sich aber nie in Within Temptation-/Nightwish-"Schneewittchen in der Oper"-Regionen verirrt bzw. vergriffen. Die Band schafft es sogar leichtfüßig gleichzeitig sowohl filigran und technisch anspruchsvoll als auch eingängig zu sein. Gleich der fast sechsminütige Opener "Paradise Nox" beginnt richtig mitreißend und mit ´ner arschcoolen Orgel im Hintergrund. Mit "Sulphur Rodents" gibt´s an neunter Stelle sogar ´nen sehr gelungenen Track, der überraschend heftig und deutlich mehr Metal als Gothic ist. Ein starkes Album mit einer idealen Neubesetzung am Mikro, das einzig am nicht ganz überzeugenden Sound und nicht durchgehend starkem Material krankt. (tj)




