Letzte Instanz - Schuldig
Die Band bekennt sich schuldig, die letzte Veröffentlichung war ein Akustik-Album ("Das weisse Lied") und jetzt wird es also Zeit, die Gitarren wieder ordentlich mit Strom zu versorgen und eventuell verstörtes Publikum zu versöhnen. Es ist ja an sich schon Leistung genug drei Bayern, drei Sachsen und einen in Istanbul lebenden Berliner unter einen (musikalischen) Hut zu bringen, aber die Letzte Instanz liefert auch mit ihrem neuen Album eine überzeugende Mischung aus Folk, Metal und Gothic ab. Dank den deutschen Texten, dem erwähnten Folk-Input und den Streichern packt man sie gerne in die Mittelalter Metal-Ecke, wo sie sich selbst aber nicht so gerne sehen. Mit großen Namen in dem Bereich, wie etwa In Extremo, kann sich "Schuldig" aber locker messen. Mich persönlich stört etwas der gebügelte Sound und die streckenweise fast schon symphonischen Streicherarrangements wie etwa bei der ersten Auskopplung "Flucht ins Glück". Höhepunkt des Albums ist wohl die recht weit hinten, an elfter Stelle, positionierte Nummer "Der Garten". Der Bumm-Zack-Beat und der unnötige geslappte Bass schrecken zwar zunächst ab, aber der Refrain im Duett mit der türkischen Sängerin Aylin Aslim und ihrem charmanten Akzent entschädigt für so einiges. Alles in allem ist das aber ein sehr gelungenes Album - und das will aus dem Munde eines Rezensenten, der mit dem Genre bestenfalls wenig anfangen kann, schon etwas heißen! (tj)




