The Faceless - Planetary Duality
The Faceless aus Los Angeles sind die neuen Shooting Stars der Us-Death Metal Szene. Nun werden sie von Lifeforce auf Europa los gelassen. Ihr zweites Album "Planetary Duality" macht den Vorschusslorbeeren alle Ehre. Um es gleich vorweg zu nehmen, hier haben wir es mit einem Meilenstein des Genres zu tun. The Faceless bedienen sich an technischem extrem Death Metal der Marke Necrophagist, Nile oder Cannibal Corpse. The Faceless sind technisch mindestens ebenso versiert wie die genannten, aber sie belassen es nicht dabei einfach diesen Stil zu reproduzieren. Die Band lässt haufenweise Einflüsse anderer Stilarten einfließen, ohne aber je von ihrer grundsätzlichen Ausrichtung abzuweichen. So gibt es derbe Moshriffs zu hören die aus dem Hardcore stammen könnten und Tech-Metal und Chaoscore spiegeln sich in den komplexen aber immer nachvollziehbaren Arrangements wieder. Vor allem aber sind es die großartigen progressiven Melodien die plötzlich aus dem Nichts auftauchen und den Songs reichlich Tiefe verleihen. Auch schreckt die Band nicht davor zurück melodische Vocals oder Klavier überraschend aber äußerst schlüssig in die Songs einzubinden. Niemals als hohler Effekt, immer als Bereicherung für den Song. So überrascht die Platte immer wieder, ohne jemals zu verkopft oder zerstückelt zu wirken. Bei aller Kreativität der hier freien Lauf gelassen wird, steht doch der Song an sich im Vordergrund. Die Band hat hörbar Spaß an ihrem Schaffen und so haben die Songs vor allem Charme und eine Seele. Das zeichnet die Band aus und hebt sie von der Konkurrenz ab. Obwohl die Band extremen Death Metal in teilweise rasender Geschwindigkeit spielt, hat man manchmal den Eindruck, einer versierten Jazz-Combo beim musizieren zuzuhören. Ich weiß, es ist noch viel zu früh das Album des Jahres auszurufen, aber auf die Liste dafür werde ich "Planetary Duality" auf jeden Fall schreiben. (rg)




